Roadtrip Uganda, Uganda Around Lake Buonyoni
Tips

Roadtrip Uganda – Uganda als Selbstfahrer erkunden

Typisch für zentralafrikanische Länder wie Uganda und auch die Nachbarländer Kenia und Tansania sind geführte Individualreisen im Safarifahrzeug mit Gruppengrößen von zwei bis acht Personen. Die Erkundung Ugandas klappt jedoch auch recht einfach und problemlos als Selbstfahrer. Und genau diesen Weg haben wir gewählt. Es gibt einige wenige Anbieter von Mietwagen. Nach etwas Recherche und dem netten und professionellen Kontakt mit dem Inhaber haben wir uns für Roadtrip Uganda entschieden.

Aber warum fährt man überhaupt nach Uganda? Für uns war es bereits ein langer Traum die Berggorillas in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu können. Dieses Ereignis alleine ist schon eine Reise nach Uganda wert. Jedoch bietet Uganda noch vieles mehr – von tropischen Regenwäldern über Savannenlandschaften mit typischen afrikanischen Tieren (diverse Antilopen, Giraffen, Büffel, Zebras, Elefanten, Löwen, …) bis hin zum Nil, der im Viktoria See entspringt und quer durch das Land fließt, ist das kleine Land sehr abwechslungsreich und eignet sich durch seine geringen Distanzen sehr gut für einen Roadtrip. Unsere Hightlights der Reise sind hier zu finden: Roadtrip Uganda Erfahrungen – Unsere 7 Highlights & Reisetipps

Mietwagenanbieter

Zurück zu unserem Mietwagenanbieter – Roadtrip Uganda bietet für Selbstfahrer zwei Modelle an, den Toyota RAV4 in einer drei- und einer fünftürigen Variante und den Toyota Landcruiser in unterschiedlichen Konfigurationen – beide auch mit optionaler Camping-Ausrüstung. Wir selbst haben uns aufgrund des günstigeren Preises für das dreitürige Modell des RAV4s entschieden. Im Nachhinein würden wir jedoch den geringen Mehrpreis für die fünftürige Variante wählen, weil dieses einfach mehr Platz bietet und die Modelle auch von einem neueren Baujahr sind. Alle Modelle sind natürlich mit einem Allradantrieb ausgestattet, haben ein Automatikgetriebe und Klimaanlage. Zusätzlich bekommt man eine Straßenkarte, einen Bradt Travel Guide und ein Mobiltelefon mit einer lokalen Sim-Card auf den Weg. Man muss vor Ort lediglich noch Guthaben aufladen und hat somit immer einen Kontakt zur Außenwelt. Die Netzabdeckung war sehr gut. Das Handy/Smartphone ist vor Ort das Kommunikationsmittel/Informationsmittel Nummer eins und hat mehr oder weniger das Radio abgelöst. Auch wenn viele Menschen kein fließendes Wasser oder keinen Strom im Haus haben, so besitzen sie jedoch sehr oft ein Mobilfunkgerät.

Die Buchung des Mietwagens kann man bequem online durchführen – Zusatzleistungen wie Car Pickup/Dropoff können einfach dazugebucht werden und alle möglichen Fragen werden sehr rasch und kompetent beantwortet. Die Inhaber unterstützen auch gerne bei der Routenplanung oder der Unterkunftssuche bzw. gegen Aufpreis auch beim Besorgen eines Gorilla Permits.

Sicherheit und Tanken

Vom Sicherheitsfaktor her haben wir uns als Selbstfahrer in Uganda immer wohl gefühlt. Im Gegensatz zB zu Südafrika gibt es nicht diesen gewaltigen Unterschied zwischen Reich und Arm. Außerdem sind die Menschen sehr hilfsbereit, wenn auch natürlich der eine oder andere versucht sich etwas Geld dazuzuverdienen, zB sind wir mit dem Wunsch am rechten Vorderreifen etwas Luft aufzufüllen zu einer Tankstelle gefahren und mit einem neuen Ventil im linken Vorderreifen wieder gefahren. 😉

Grundsätzlich ist das Tanken einfach, da es nur Bedientankstellen gibt, die neben dem Tanken selbst auch die Scheiben putzen und für diesen Service über ein Trinkgeld sehr dankbar sind. Wichtig zu wissen ist, dass nur Bargeld akzeptiert wird. Der Spritverbrauch unseres RAV4 lag bei ca. 10 Liter pro Kilometer, was angesichts der vielen Langsamfahrten über teilweise abenteuerliche Straßen recht wenig ist. Jedenfalls ist es ratsam den Tank immer voll zu füllen, wenn man einen größeren Ort passiert. Aber auch kleinere Orte haben oft Tankstellen bzw. besser gesagt eine Tanksäule. Wir haben es aber wenn möglich vermieden dort zu tanken und können daher davon auch nicht berichten, denken aber dass das genauso gut klappt.

Navigation und Verkehr

Als Navigation haben wir eine Open-Street-Map verwendet, die überraschender Weise sehr genau war und auch die vielen kleinen Wege zB im Lake Mburo NP gekannt hat. Zusätzlich empfehlen wir aber auch eine gedruckte Karte. Unserer Erfahrung nach sind die Einheimischen zwar sehr hilfsbereit, kennen sich aber auch nicht immer gut aus, wenn man nach dem Weg fragt.

Motorisierten Verkehr gibt es in Uganda grundsätzlich wenig, ab und an sind die Menschen mit Motorrädern unterwegs. Öfter sieht man Fahrräder und das meist genutzte Verkehrsmittel ist noch immer zu Fuss gehen. Jedoch gibt es eine Ausnahme und zwar die Straße zwischen der Landesgrenze zu Kenia über die zweitgrößte Stadt Jinja nach Kampala. Wir würden nicht empfehlen diese Straße direkt nach der Ankunft zu fahren, da man sich schon etwas an den Linksverkehr und die ortlichen Gegebenheiten gewöhnen sollte. Auf dieser Straße reiht sich ein Fahrzeug ans nächste, überholt wird auch bei schlechter bis keiner Sicht von links wie auch von rechts. Mit Achtsamkeit und Vorsicht ist aber auch das machbar und da wir einen Sonntag als Fahrtag gewählt haben war es gar nicht so dramatisch. Man muss sich bloß an den Verkehr anpassen, sehr aufmerksam und passiv fahren. Nachts zu fahren ist ja sowieso kein Thema – schon alleine auf Grund des oft unbeleuchteten Verkehrs bzw. der in der Nacht auf den Straßen gehenden Menschen zu gefährlich, mal abgesehen von den Straßenverhältnissen.

Reisezeit

Ein wichtiges Thema ist immer die Reisezeit – und in Uganda gibt es zwei Jahreszeiten, die Regenzeit und die Trockenzeit. In den Regenzeiten von März bis Mai und September bis November kann es passieren, dass Straßen unpassierbar sind. Die Temperaturen sind etwas geringer aber immer noch auf hohem Niveau – je nach Höhenlage liegen die maximalen Temperaturen bei 25 – 30 Grad. In der Trockenzeit Anfang des Jahres sind die Temperaturen etwas höher als in der Trockenzeit rund um den europäischen Sommer – so kann es in den niedrigeren Gegenden wie zB im Murchison Falls Nationalpark auch weit über 30 Grad haben, was wir nur bestätigen können.

Vorteil der Regenzeit sind die grünere Landschaft und die günstigeren Preise. Massen an anderen Touristen haben wir schon alleine auf Grund der doch höheren Preise auch in der Trockenzeit nicht vorgefunden. Die Regen- und Trockenzeiten verschieben sich jedoch zunehmends. Bei unserem Trip waren wir im Februar unterwegs, welcher gegen Ende schon den einen oder anderen Tropensturm, der dann die Staubstraßen zu üblen Matschpisten verwandelt, begegnet sind. Mit unserem RAV4 war dies zwar noch zu bewältigen, aber die Bergstraßen vorallem im Süden des Landes möchte ich dann keinenfalls mehr befahren, da diese Straßen schon im Trockenen teilweise Herausforderung genug waren.

Wenn man selbst fahren möchte und wir können das nur empfehlen würde ich vor allem aufgrund der Straßenverhältnisse die Trockenzeit vorziehen – bei einem organisierten Trip oder auch mit persönlichem Fahrer könnte ich mir auch die Regenzeit gut vorstellen, da das Land dann vor allem im Norden auch grün ist und der Himmel dann klarer ist, sofern die Sonne scheint. Aber wenn immer möglich bevorzugen wir das Selbstfahren – eine Reise wird dadurch noch intensiver und aufregender.

Neben den besseren Straßenverhältnissen sprechen auch die besseren Chancen auf Tiere für die Trockenzeit, da sich diese dann doch eher an den Wasserstellen bzw. bei den Flüssen aufhalten. Auch die Berggorillas sind keine Fans von Regen und verstecken sich bei Regen gerne im Dickicht des Regenwaldes.

Zusammenfassend würden wir – sollten wir nochmal nach Uganda reisen – wohl eher die zweite kühlere Trockenzeit wählen und vermutlich eher den Beginn im Juni, da so die Chancen auf bessere Weitsicht vor allem in den Bergregionen besser stehen. Wir selbst haben die meisten Berge nur erahnen können, da es im Februar sehr diesig war.

Wir sind - von links nach rechts - Carina und Daniel. Das Reisen und das Fotografieren zählen zu unseren großen Leidenschaften.
Auf unserem Blog berichten wir von den beeindruckendsten Momenten und zeigen die schönsten Fotos. Zur Zeit ist unser Blog noch sehr überschaubar, darum trage dich doch in unserem Newsletter ein, damit wir dich (versprochen max. 1x pro Monat) über neue Posts informieren können.
Schön, dass du da bist! Wir hoffen, dass wir dir behilflich waren to get lost in travel.

2 thoughts on “Roadtrip Uganda – Uganda als Selbstfahrer erkunden”

  1. Wow – das hört sich total spannend an. Wir sind damals als Selbstfahrer durch Namibia, das war schon ein gigantisches Abenteuer – aber Uganda hört sich noch ein bisschen besser an… LG Anke

    1. War es auch und witzigerweise geht es dieses Jahr für uns nach Namibia – sind schon sehr gespannt. Uganda ist jedenfalls zu empfehlen und irgendwie ein großer Gegensatz zu Namibia, da das Land sehr klein ist und eine hohe Bevölkerungsdichte hat.

      Lg
      Daniel

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